Financial Services

Das 20. und 21. Sanktionspaket der EU gegen Russland: Eine neue Compliance-Architektur für Finanzdienstleistungsunternehmen

Verfasst von

Dr. Michael Huertas

Mariya Atanasova LL.M., Compliance Officer (Univ.)

RegCORE Client Alert | AML/CTF & AMLA

QuickTake

Am 23. April 2026 und am 23. Juli 2026 verabschiedete der Rat der Europäischen Union das 20. bzw. das 21. Paket restriktiver Maßnahmen gegen Russland. Zusammengenommen markieren diese Pakete das, was der Rat als strukturellen Wandel in der Sanktionspolitik der EU beschreibt: weg von der Ausweitung von Listen benannter Personen hin zur systematischen Störung jener Finanzinfrastruktur – Zahlungskanäle, Bankbeziehungen, Krypto-Asset-Ökosysteme, Korrespondenzbankgeschäfte, Handelsfinanzierung und Seelogistik –, die Russlands Kriegswirtschaft ermöglicht.

Fazit: Für Banken, Wertpapierfirmen, Zahlungsinstitute, E-Geld-Institute, Kryptowerte-Dienstleister (CASP), Versicherer und Vermögensverwalter bedeuten diese Entwicklungen eine erhebliche Verschärfung der Anforderungen an die operative Compliance.

Die Herausforderung im Bereich der Compliance besteht nicht mehr nur darin, Kunden anhand von Sanktionslisten zu überprüfen. Unternehmen müssen nun ermitteln, inwiefern Transaktionen, Finanzierungsvereinbarungen und digitale Vermögenswerte indirekt sanktionierte wirtschaftliche Aktivitäten begünstigen könnten.

 

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